Konzept

Mediation hat sich im vergangenen Jahrzehnt als ein eigenständiges Verfahren der Konfliktregulierung in sehr unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft etabliert. In Berlin und Brandenburg sowie auch in bundesweiten Zusammenhängen hat der Verein Zusammenwirken im Familienkonflikt diesen Prozess durch seine umfangreiche Informations- und Fortbildungsarbeit gefördert. 1994 gründete der Verein eigens dafür ein Institut, das heutige Berliner Institut für Mediation (BIM).
Das Berliner Institut für Mediation bietet in Berlin eine zweijährige Weiterbildung in Familienmediation an. Das Weiterbildungskonzept umfasst im Rahmen allgemeiner Familienkonfliktberatung die Anwendung der Mediation bei Trennungs- und Scheidungskonflikten, bei Umgangs- und Sogerechtskonflikten, bei Mehr- generations- und Ablösungskonflikten sowie bei Erbschaftsstreitigkeiten. Basistechniken der Mediation sind auf unterschiedliche Konfliktfelder übertragbar. Im erweiterten Rahmen der Anwendungsfelder von Familienmediation sind unter anderen die Bearbeitung von Nachbarschaftsstreitigkeiten, Konflikten in der Schule, im Pflege- und Heimbereich, bei Adoptionsvermittlungen und in Arbeitsteams mit Familien- mediation möglich. Die in der Weiterbildung in Familienmediation erlernten Basistechniken sind aber auch auf unterschiedliche Konfliktfelder außerhalb des erweiterten Rahmens der Familienmediation übertragbar (z.B. Wirtschaftsmediation, Mediation in sozialen Bereichen, Umweltmediation usw.).
Die Ausbildung zum Familien-Mediator/ zur Familien-Mediatorin bedeutet daher in der Berufsausübung keineswegs eine Begrenzung auf die Anwendungsfelder familiärer Konflikte. Vielmehr ermöglicht diese Ausbildung in besonderer Weise die vertiefte Befassung mit beziehungs- und entwicklungsdynamischen Hintergründen und Konfliktverhaltensweisen, deren Erkennen und Bearbeiten eine konstruktive Verän- derung im mediativen Konfliktbearbeitungsprozess erst möglich machen, unabhängig davon um welchen sachlichen Konfliktinhalt - oder Gegenstand es sich dabei handelt.

Die Weiterbildung umfasst in der Regel neun Blockseminare zu je zwei bis drei Tagen mit begleitender Supervision und Hospitation. Das Institut ist ein anerkantes Weiterbildungsinstitut der Bundesarbeits- gemeinschaft für Familienmediation (BAFM). Der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung wird mir dem Zertifikat MediatorIn/ FamilienmediatorIn bestätigt. Die fördernde Mitgliedschaft in der BAFM kann nach 120 Std. Weiterbildung erworben werden.
Das Abschlusszertifikat des Berliner Instituts für Mediation (BIM) und die Mitgliedschaft in der BAFM berechtigen dazu, den geschützten Titel MediatorIn (BAFM) zu führen.
Grundlegend für die Weiterbildung in Familienmediation ist die durchgängig interdisziplinäre Herangehensweise.
Hier fließt die jahrelange praktische Erfahrung der engen Zusammenarbeit von psychologischen und juristischen Berufsgruppen in der Mediationsarbeit des Vereins Zusammenwirken im Familienkonflikt unmittelbar in die Weiterbildung ein.
Die Weiterbildung richtet sich vor allem an Angehörige der psychologischer, sozialpädagogischer, therapeutischer und juristischer Berufsgruppen. Sie steht jedoch auch Interessenten aus anderen beruflichen Bereichen nach ausführlicher persönlicher Rücksprache mit der Ausbildungsleitung offen.